Balkan-Rally 14 Tage - 17 Länder 06.07.13

Die Vorgeschichte: Winter 2009, draußen sinkt die Temperatur auf -4 Grad und wir sitzen bei ´ner dampfenden Tasse Lavazza-Kaffee. Es ist wie jedes Jahr an der mehr...

Tunesien

Kommt bald... Erste Info´s unter Reisetipps mehr...







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Balkan Rally Tag 5-6


Tag 5:    Bosnien Herzegowina, Mostar (6) – Kroatien, Dubrovnik            440 Km

Nach dem Frühstück werden wir an alte Zeiten erinnert. Hier wird mit der guten alten „D-Mark“ bezahlt. Hier entspricht noch immer eine D-Mark = 100 Feninga. Obwohl es sehr kalt, windig und stark bewölkt ist, genießen wir die Fahrt nach Neretva durch eine  tolle Landschaft. Etwas später erreichen wir den „Busko Jezero See“ auf über 1000m gelegen, an dem wir uns für umgerechnet 12,50 € einen Grillteller und jede Menge Kaffee bestellen. Gegen Mittag erreichen wir Grenze Nr.6 und reisen erneut in Kroatien ein. Grenze Nr. 7 ist dann am Nachmittag erreicht, als wir wieder nach Bosnien einreisen. Keine 20 Minuten später zücken wir erneut die Reisepässe und passieren den schmalen Korridor in Bosnien und sind zurück in Kroatien (Hört sich kompliziert an, ist es in Wirklichkeit aber nicht). Wir blicken auf die vorgelagerten Inseln vor Dubrovnik  und erreichen wenig später diese wunderschöne Stadt, die als Perle der Adria beschrieben wird und unter dem Schutz des UNESCO Weltkulturerbes steht. Auch hier kommen wir in einer privaten Pension unter, nachdem wir am Straßenrand einfach nach einer Unterkunft gefragt haben. Nach einem kalten Begrüßungsbier des Pensionsvaters gehen wir zu Fuß in die Stadt, in der es unter anderem die älteste Apotheke der Welt geben soll. Die Altstadt mit ihrem speckig glänzenden Kopfsteinpflaster ist von fast 2 Kilometer langen, bis zu 6 Meter dicken Festungsmauern umgeben. Die schönen Häuserfassaden und das rege Treiben auf den Plätzen wirken auch auf uns entspannend. Das Meerwasser klatscht gegen die Kaimauern, als uns direkt am Hafenbecken unser Abendessen serviert wird. Bei einer Flasche Wein genießen wir einfache, aber leckere Fischgerichte im Sonnenuntergang. Wir sind dann auch die letzten Gäste die gehen…

 

 

 

Tag 6:    Kroatien, Dubrovnik  (6) – Montenegro (7) – Kosovo, Prizren(8)         439 Km
 

Am nächsten Morgen warnt uns unsere Herbergsmutter ausdrücklich vor unserer geplanten Weiterfahrt, als sie hört, dass wir über Montenegro und in den Kosovo wollen. Sie berichtet aus ihrer Sicht vom Krieg und hat kein Verständnis für unsere Route. In Montenegro sei alles dreckig, die Menschen seien völlig verarmt und alle würden sich nur mit Abzocke über Wasser halten. Sie zeigt mit zittriger Hand nach oben auf den Berg der über Dubrovnik tront und berichtet von den Granatangriffen auf die Stadt. Auch ihr Haus sei getroffen worden -von den Barbaren wie sie sagt- und wir spüren die anhaltende Wut bei unserer Gastgeberin. Wer heute auf Dubrovnik schaut, kann noch immer die Spuren des Krieges sehen: Jedes Gebäude mit neuem roten Dach war vom Granatbeschuss in Mitleidenschaft gezogen. Aber die Dunehoppers wären nicht die Dunehoppers, wenn wir uns nicht ein eigenes Bild machen würden. So starten wir die Moppeds und werfen von oben noch einmal einen Blick auf diese tolle Festungsstadt zurück. Irgendwann kommen wir wieder, da sind wir uns sicher.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir Grenze Nr.9 und reisen erneut nach Bosnien-Herzegowina ein. Wir tanken hinter Trebinje und spendieren unseren treuen Begleiterinnen einen halben Liter frisches Öl. Gleichwohl wir ja jetzt nicht zum ersten Mal in Bosnien-Herzegowina sind, staunen wir nicht schlecht, als wir sehen, dass in diesem Landstrich die Verkehrsschilder jetzt ausschließlich in kyrillisch geschrieben sind. An Grenze Nr.10 angekommen passieren wir mit Montenegro Land Nr. 7 unserer Rally. Fast 90 Jahre gehörte Montenegro, seiner Größe nach mit Schleswig Holstein vergleichbar, zu Jugoslawien und ist seit Juni 2006 stolz auf seine Unabhängigkeit. Die Straßenqualität nimmt jedoch rapide ab. Gekonnt zirkeln wir die BMWs um die unzähligen badewannengroßen Schlaglöcher. Zum Glück bleiben alle Zahnplomben drinne, aber trotz allem gehört ein Kaffeebecher ab jetzt auf unsere Liste der vermissten Reiseutensilien. Die Mittagspause verbringen wir im Skiort „Zabljak“, wo wir uns erneut einen Grillteller schmecken lassen, den man wohl überall auf dem Balkan in guter Qualität bekommt. Auf unserer Weiterfahrt fällt uns ein scheinbar großes Problem in Montenegro auf: Überall lodern kleine Feuer in denen der Müll verbrannt wird. Es stinkt zum Himmel und trübt unsere Sinne für dieses Landschaftlich sehr schöne Land, das uns zeitweise an den Grand Canyon de Verdon in Frankreich erinnert. Wir passieren eine alte renovierungsbedürftige Holzhängebrücke, auf der natürlich Pummel vorfährt, sozusagen als Testfahrer… hehehe

Kurz nach Rozaje tanken wir. Ein kleiner Vorteil für unsere Geldbörsen, die schon von zahlreichen Fremdwährungen überquellen, ist die Tatsache dass man hier in Montenegro offiziell mit dem Euro bezahlen kann. Mit der Grenze Nr. 11 erreichen wir Land Nr.8, den Kosovo. Pummel hat noch den Helm auf, als der Grenzer fragt, ob das hinter McMotz seine Frau wäre. Als Pummel dann auch seine Kopfbedeckung abnimmt gibt es ziemlich großes Gelächter. Der Zöllner erklärt uns, dass die Grüne Versicherungskarte im Kosovo nicht zähle und wir an der Grenze eine Versicherung kaufen müssten. Für 14 Tage kostet diese 20 €. Das anschließende Desinfektionsbad für die Motorräder wäre im Preis inbegriffen. Bei so einem „Angebot“ können wir nicht nein sagen und kaufen uns so eine Versicherung. Die Durchfahrt durch das Desinfektionsbad ersparen wir den BMWs dann doch. Die Pfütze sah aus wie die amerikanische Küste nach dem Untergang der Exxon Valdez und wer weiß schon welche Krankheiten sich da bei unseren treuen Wegbegleiterinnen breit machen könnten. Das erste Hinweisschild im Kosovo ist dann eine Werbetafel der deutschen Kreditanstalt  für Wiederaufbau (KFW). Der Kosovo ist mit seiner Größe etwa mit Jamaika zu vergleichen und gilt als das kleinste Land in Südosteuropa. Zurzeit steht es unter der Verwaltungshoheit der Vereinten Nationen. Vor Rogovo finden wir ein Hotel direkt am Fluss. Der Kellner erzählt uns, dass er hier im Monat ca. 200 € verdiene, dafür aber 7 Tage die Woche zur Verfügung stehen muss. Im Krieg ist er Gott sei Dank in der Schweiz gewesen. Eine gute Zeit, wie er meint, leider durfte er nicht bleiben. Bis weit in die Nacht unterhalten wir uns mit dem Besitzer des Hotels, der uns vom Krieg und seinen Schwierigkeiten vom Wiederaufbau erzählt. Unter anderem vom Abschuss eines amerikanischen Hubschraubers direkt vor seiner Haustüre. Er hat den abgeschossenen GI´s aus dem Wrack geholfen und so eine Urkunde vom amerikanischen Kommandanten bekommen, die nun an der Wand hängt. Während er sein Handy für ein Telefonat aufklappt, leuchtet übergroß das Zeichen der UCK auf dem Display. Der Krieg ist vorbei, aber ist er auch vergessen? Wir ziehen es vor keine weiteren Fragen zu stellen und sind dann auch schnell müde. Wir verbringe die Nacht in einem Chalet mit Platz für 8 Personen direkt neben dem Hotelkomplex. Sehr Nobel…

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