Balkan-Rally 14 Tage - 17 Länder 06.07.13

Die Vorgeschichte: Winter 2009, draußen sinkt die Temperatur auf -4 Grad und wir sitzen bei ´ner dampfenden Tasse Lavazza-Kaffee. Es ist wie jedes Jahr an der mehr...

Tunesien

Kommt bald... Erste Info´s unter Reisetipps mehr...







rukka4cblaurhkopietable25.jpg
malogotable25.jpg
logottcompletttable25.jpg
logoglobetrottertable25_de.jpg





Marokko Teil 2


Weiter führt uns unsere Reise in die Berge des mittleren Atlas, deren Gipfel bis zu 3300 Meter hoch sind. Wir durchqueren riesige Korkeichenwälder und wundern uns nicht mehr, das Marokko drittgrößter Korkproduzent der Welt ist. Mittlerweile sind aus Strassen nur noch schmalste, vom Regen tief ausgewaschene Feldwege geworden, die uns fahrtechnisch in Atem halten.



Am Abend erreichen wir überraschend eine alpine Schutzhütte auf 2400 m, die von einem jungen Mann im Auftrag des französischen Alpinistenvereins bewirtschaftet wird.

Er macht uns ein Lagerfeuer, da es hier oben rasch abkühlt. Nach einem kargen Abendessen mit schönstem Sonnenuntergang  schlafen wir später in einem Schlafsaal auf Etagenbetten in unseren Schlafsäcken mollig warm ein.  

 
Viele Wasserdurchfahrten und halb weggespülte Wege zwingen uns am nächsten Tag bei der Weiterfahrt durch die bizarre Bergwelt zur Vorsicht. Unser Kurs ist jetzt nur Süd-Ost und wir erreichen Orte, in der es keine Infrastruktur zu geben scheint, aber die pure Freundlichkeit zu Hause ist. Fast jeder winkt, und besonders die Kinder animieren uns immer wieder in den verwinkelten, unbefestigten Ortsdurchfahrten mal richtig Gas zu geben.

Wir haben jetzt eine Landschaft erreicht, der die Sahara schon ihren Stempel aufdrückt.
Die Vegetation geht zurück und die Landschaft scheint von einem durchgängigen Braunton gesättigt zu werden.

Wir übernachten 2 Tage hintereinander auf einem ca. 1000 Meter hoch gelegenen Plateau.  Steppe wechselt mit Steinwüste – der Hammada ab. Hier scheint  alles so lebensfeindlich zu sein, dass weder Baum noch Strauch wächst, aber trotz allem die Heimat für viele Menschen zu sein scheint: Egal wo wir anhalten, von irgendwo kommt irgendjemand hergelaufen.

Wir passieren zahlreiche Kasbahs, ganze Wehrdörfer aus Stampflehm, die mehrere dutzend Jahr alt werden können. Dies entspricht wohl dem Bild das die meisten Menschen von Marokko haben, aber viele sind aufgegeben und zerstört. 

Bei fast jedem Halt kommen unweigerlich Kinder, um Versteinerungen und Handarbeiten zu verkaufen. Andere, die nichts zu verkaufen haben, bitten um Kugelschreiber oder einen Dirham, ohne jedoch dabei aufdringlich zu sein. Da wir aber nur wenig Platz haben, verteilen wir zumindest unsere Süßigkeiten und Müsliriegel. Sie sorgen für ziemliches Erstaunen, da hier kaum jemand einen Wasser- oder gar einen Stromanschluss hat, geschweige denn M&M´s kennt. Einfaches Getränkepulver vom Discounter wird von den Kindern als Schatz gehandelt, der im Mund wie Brause blubbert und verzücken in Kinderaugen zaubert. Uns wird mit einem Mal klar, das hier nicht allzu viele Touristen entlang kommen...

Auf unserer Weiterfahrt haben wir dann die ersten Reifenschäden, so dass wir bald Übung im Flicken bekommen sollten. Überhaupt war es sehr strapaziös, hätte uns vorher jemand gesagt dass wir teilweise über 10 Stunden im stehen Motorradfahren würden, wir hätten es nicht geglaubt!

Wir durchqueren etliche ausgetrocknete Flussläufe auch Queds genannt. Diese Queds sind jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. Die Schneeschmelze im Frühjahr und schwere Regenfälle erzeugen große Wassermassen, die alles wegspülen, was sich in den Weg stellt. Nach solchen Fluten fehlen natürlich auch die Wege durch diese meist ausgetrockneten, mit großen Steinen übersäten  Flussläufe. Wo vorher die eh schon schwierige Ein - bzw. Ausfahrt war, ist nun vielleicht eine 3-4m hohe, vom Wasser ausgespülte tückische Kante. Die Motorräder fungierten hier als Pfadfinder um neue Wege und eine sichere Durchquerung für den gehandikapten Geländewagen durch das Chaos zu finden. Im übrigen ist es verführerisch in einem solchen Qued das Zelt aufzuschlagen: Sandiger, ebener Boden; windgeschützt und Wasser. Aber bei Regen, auch weit entfernt in den Bergen, werden dann nicht nur Wege sondern  auch die Zelte samt Inhalt  weggespült. Erfahrene Traveller berichten, dass in der Wüste schon mehr Menschen ertrunken als verdurstet sind. 

Eher zufällig kommen wir an eine Stelle, an der Millionen toter Heustrecken liegen und werden an die TV -Bilder von 2004 erinnert, wo mehrmals von dieser Naturkatastrophe in Nord-Westafrika berichtet wurde.

Mit dem Ausblick auf riesige Wälder von Ölbäumen und Dattelpalmen machen wir an den blauen Quellen von Meski eine wohlverdiente Pause, um dann in Erfoud, ganz  in die Nähe des größten zusammen liegenden Sandgebiet des Landes dem „Erg Chebbi“ im 5 Sterne Hotel „Xalucca“ zu übernachten.


Mit so einer Herberge hätte hier niemand von uns gerechnet. Dem voll durchorganisierten Geländewagen-Tourismus sei Dank, mangelt es uns hier an nichts. Von hier aus starten zwei Mal am Tag, kurz vor Sonnenaufgang und -untergang ganze Jeep-Karawanen mit "Pauschaltouris" zu den großen Sanddünen in die Sahara. Das Hotel ist aus 100Prozentigem Stampflehm gefertigt und einer alten Festung nach gebaut. Wir genießen die erste Dusche nach langer Zeit und fühlen uns wie neugeboren.


Am nächsten Morgen starten wir in unser erstes großes Abenteuer, die Ost-Umfahrung des „Erg Chebbis“. Auf einer länge von 30 – 40 km erstreckt sich dieses Sandgebiet. Grund genug für den Geländewagen trotz Allrad noch ein paar Sandbleche kaufen. Ein Motorrad auszugraben ist eine Geschichte, aber ein Auto? Hier sind wir in der Vollwüste, angekommen im Land des Abendrots. Eine Etappe der diesjährigen Rallye Paris-Dakar wurde hier abgehalten, so sind wir gewarnt. 

Trotz Enduro-Training konnten wir das Fahren im Sand mangels Möglichkeiten zuhause nicht testen. Und so ist es zu Anfang mit den 250-300 kg Motorrädern eine Quälerei. Nach  einiger Zeit haben wir den Trick heraus: Geschwindigkeit ist da alles! Ab ca. 60 km/h fliegen die Motorräder auf der Sandoberfläche, aber wehe man wird zu langsam, dann sinkt man tiefer ein und es reißt einen von der Maschine.   
Sand kann auch sehr hart sein ...

zurück          weiter

       Reiseverlauf
        Karten_bis_Ende.jpg
Korkeichen2.jpg Korkeichen.jpg
Berghuette.jpg AnHuette.jpg
Huettenwirt.jpg FruehstueckHuette.jpg
Abendstimmung.jpg Etagenbetten.jpg
 
Riff3.jpg Missour9.jpg
Missour5.jpg Missour1.jpg
Missour4.jpg Missour8.jpg
Missour3.jpg Missour2.jpg

Missour_Zelten_2a.jpg Missour_Zelten.jpg


Missour5.jpg



Missour_Zelten_3.jpg




Missour_Zelten_2.jpg
Missour7.jpg Missour7a.jpg


Missour7a.jpg
Missour7a.jpg
Missour7a.jpg
Missour7a.jpg
Missour7a.jpg
Missour7a.jpg Missour7a.jpg

Meski1.jpg Meski2.jpg
Missour7a.jpg Missour7a.jpg
Missour7a.jpg Missour7a.jpg
Missour7a.jpg

Erg3.jpg Erg2.jpg
Erg1.jpg Erg6.jpg
Erg6.jpg Erg4.jpg
Erg7.jpg Blume.jpg