Balkan-Rally 14 Tage - 17 Länder 06.07.13

Die Vorgeschichte: Winter 2009, draußen sinkt die Temperatur auf -4 Grad und wir sitzen bei ´ner dampfenden Tasse Lavazza-Kaffee. Es ist wie jedes Jahr an der mehr...

Tunesien

Kommt bald... Erste Info´s unter Reisetipps mehr...







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Marokko Teil 3




Nahe der algerischen Grenze, deren Verlauf niemand so richtig zu kennen scheint, übernachten wir eher zufällig in einem Berberzelt. Wir sind in der Wüste auf der Suche nach dem nächsten Ort und werden kurzerhand von Berbern zum Bleiben aufgefordert. Diesen Abend werden wir so schnell nicht vergessen. Der extra für uns zubereitete Couscous,– einem Hirsebrei – gilt als Zeichen der Freundschaft, des Wohlstandes und des Willkommens. Er überrascht uns in seinem Geschmack ebenso wie die Livemusik, die die jungen Männer gekleidet in ihren bunten Jellabahs spielen.


Die alten Saiteninstrumenten und Trommeln erzeugen faszinierende, wenn auch gewöhnungsbedürftige Melodien. Tausende von Sternen am Nachthimmel und die fremdartige Musik versetzen uns in eine melancholische Stimmung. Unser normales Leben in Deutschland erscheint uns fast als unwirklich. Wir schlafen zum ersten Mal auf dem nackten Saharasand, aber dafür in einem richtigen Berberzelt. Hoffentlich gibt’s hier wenigstens keine Skorpione!


Auf einer alten 2takt-Yamaha ohne funktionierende Bremsen führt uns einer der Berber am nächsten Tag nördlich um ein riesiges Wadi herum - den berüchtigten Qued Rheris.  Ist doch unsere geplante Route seit der Schneeschmelze vor einigen Wochen nicht mehr vorhanden. Den Führer können wir auch gut gebrauchen, denn die neue Route ist nicht als solche zu erkennen und ist auch auf keiner Karte verzeichnet.


Damit sind auch unsere GPS-Geräte fast nutzlos. Irgendwann am frühen Nachmittag verabschieden wir uns von unserem Guide, als wir die Landschaft wieder halbwegs der Karte zuordnen können. Als zusätzlichen Bonus geben wir ihm noch 5l Benzin mit auf den Weg. Er hätte sonst seine Yamaha den größten Teil des Rückweges schieben müssen! 

Nach einer sehr strapaziösen Fahrt erreichen wir in der Dämmerung die alte Karawanenstadt Zagora, wo wir uns in einem ehemaligen Wesirpalast, auch Riad genannt niederlassen. Auch wenn die Zeiten der ganz großen Transsahara Kamelkarawanen, die hier starteten längst vorbei sind und die Stadt keine großen Sehenswürdigkeiten aufweist, bleiben wir 2 Tage. Wir benötigen dringend diesen Ruhetag, haben wir doch allein in den letzten 48 Stunden 59 Stück 1,5 Literflaschen Mineralwasser verbraucht. Und zwar nicht zum Waschen!

Zagora ist auch Etappenziel der berühmten Ralley Paris-Dakar. Es gibt hier viele Mechaniker und selbsternannte Spezialisten, die auch alle schon für Jutta Kleinschmidt geschraubt haben wollen. Wir finden einen namens Hallil. Und Hallil ist ein Meister! Nicht nur, dass er die Luftfilter ausbläst, einen Motorrad Hinterreifen auftreibt den wir dringend brauchen, er schweißt auch den Auspuffkrümmer und wechselt und fettet die Antriebswellen am Geländewagen. Denn unsere Fahrzeuge bedürfen nach dieser Wüstenstrecke dringend einer Gesamtüberholung.


Halbwegs ausgeruht setzen wir unsere Reise durch die Wüste fort und erreichen die großen bis zu 200 m hohen Sanddünen des Erg M`Hasil.

 

Trotz der Strapazen beobachten wir  am Abend vom höchsten Dünenkamm einen unvergessenden Sonnenuntergang. Wir übernachten am Fuß der Dünen in einer Zeltstadt der Touareg. Aber es sind doch wohl nur Berber im typischen blauen Gewand dieser Wüstennomaden. Unser Abendessen besteht wieder einmal unserer Notration: Amerikanische Militärverpflegung.

 

 

Noch bevor die Sonne am nächsten Morgen richtig anfängt zu brennen, nehmen wir wieder endlose Sandpassagen ( mit abgesenktem Luftdruck und somit größere Reifenaufstellfläche ) unter die Räder. Wir müssen uns sputen, denn mit zunehmender Hitze wird der Sand tückischer und trägt weniger Gewicht.


Am Polizeiposten von Foum Zguid erreichen wir wieder die Zivilisation und endlich wieder feste Straßenoberfläche. Wir sind aus der Wüste zurück und fahren zum Hotel in Ait Benhaddou mit fantastischem Ausblick auf die Filmkulisse des 60er Jahre Filmklassiker „Sodom & Gomorra“. Es ist ein kubistisches Meisterwerk das farblich an die Umgebung angepasst ist und seinesgleichen sucht. Eine großartige Stadt aus Lehm, mit Türmen und Erkern, angelehnt an einen Bergrücken.

 Eine üble Sorte Bergpiste mit Handball großen Steinen erwartet uns am nächsten Tag. Über den 2260m hohen „Tizi-n-Tischka“ Pass im Hohen Atlas geht es in das fruchtbare Ourikital, wo man erfolgreich Oleander, Kirschen, Pflaumen, Zitrusfrüchte, Nüsse, Feigen und Tomaten anbaut. Hier, südlich von Marrakesch,  bilden die schneegekrönten Viertausender des Hohen Atlas eine grandiose Kulisse, vor der wir mal wieder campen.

Am nächsten Morgen starten wir in unser nächstes großes Abenteuer, nach Oukaimeden, Marokkos größtem Skigebiet, wo man am J.Toubhal (4167 Meter) von Dezember bis März auf über 2700 m Skifahren kann. Wir folgen der Wegweisung eines älteren Herren, der uns gesten- und wortreich in gebrochenem Französisch an einer Mine rechts vorbeischickt. Am so beschriebenen Ort, einer in Betrieb befindlichen Erzmine, die jedoch jegliche Ähnlichkeit zu den Bergwerken des Ruhrgebiets vermissen lässt, wundern wir uns zunächst über die freundlich winkenden Arbeiter hoch oben am Berg. Freundlich wie wir sind winken wir zurück. Erst nachdem der Weg in einer Sackgasse an einem unbefestigten Abhang steil am Berg endet und wir umkehren müssen, wird uns manches klar. Zum Beispiel, dass die Arbeiter gerade die Sprengarbeiten vorbereiteten und uns nicht etwa zuwinkten, weil sie sich auf Besuch freuten. Dieses kleine Missverständnis, wir sollten vor der Mine rechts fahren, hätte die zweite große Hohe Atlas Überquerung über den „Tizi-n-Test“ Pass schneller und bequemer werden lassen.

Im Übrigen brachte dieses Missverständnis 4 Stunden Zeitverlust  für eine Strecke von 8 km, da der Geländewagen den ganzen Weg rückwärts fahren musste!


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       Reiseverlauf
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