Balkan-Rally 14 Tage - 17 Länder 06.07.13

Die Vorgeschichte: Winter 2009, draußen sinkt die Temperatur auf -4 Grad und wir sitzen bei ´ner dampfenden Tasse Lavazza-Kaffee. Es ist wie jedes Jahr an der mehr...

Tunesien

Kommt bald... Erste Info´s unter Reisetipps mehr...







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La Norma im Piemont

oder

Herrentour 2008

Die Reise beginnt für die Dunehoppers diesmal samt der kleinen Brüder an der Auto- und Motorradverladung des Düsseldorfer Hauptbahnhofs  (GPS N51 13.271; E6 47.844). Nach einer herzlichen Verabschiedung von der angereisten Verwandtschaft (sind die traurig oder wollen die vielleicht nur sicher sein, das wir auch wirklich weg sind?) am Bahnsteig setzt sich der Zug pünktlich um 16.00 Uhr Richtung Italien in Bewegung. Schon vor Köln macht hausgemachter Kartoffelsalat und Schnitzel nach Mutters Art die Runde. Das passende Bier liefert, wenn auch nicht kalt, das Bordrestaurant – Nette Bedienung, aber mit Preisen, bei denen die Kellnerin normalerweise nur ein Negligée anhat…

Durch das monotone Geratter der Räder und etwas „angehopft“ schlafen wir friedlich ein, bis uns am nächsten Morgen um 6.00 Uhr der nette Zugbegleiter weckt. Ein kleines Frühstück mit frischem Kaffee verkürzt die Zeit bis zu unserer Ankunft in Alessandria, wo wir pünktlich um 7.30 Uhr einlaufen.

 

60 Minuten später rollen wir aus dem Bahngelände von Alessandria (GPS:   N44 54.658; E8 36.360), das verkehrsgünstig etwa 115 km östlich von Turin und etwa 100 km nördlich von Genua liegt.

Nach der ersten obligatorischen Cappuccino-Pause umfahren wir die 900.000 Einwohner Stadt Turin im Piemont und erreichen über Lanzo das Val delle Torre, wo Bruder Jakob, auf seiner neuen Honda CBR 1100 XX, mit dem „Colle del Lis“ (1311 Meter) seinen ersten Pass überquert.

Bei Susa halten wir uns Richtung Frankreich und erreichen wenig später die Grenze. Bei strahlendem Sonnenschein blicken wir später dann auf den türkis schimmernden  Lac du Mont Cenis“.

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Nur wenige Meter trennen uns vom gleichnamigen Pass, an dem wir hoffentlich Winni, ein weiterer Reisegefährte, treffen. Klappt auch und nach einer herzlichen Begrüßung fahren wir alle gemeinsam westlich, bis 5 km vor Modane. Hier geht es links die Strasse hinauf zum bekannten Skiort La Norma, wo auf uns ein großes Chalet http://locnorma-ancolie.monsite.orange.fr/  für die nächsten 7 Tage wartet. Die Hütte (GPS: N45 12.147; E6 42.019) übertrifft alle unsere Erwartungen. Nicht nur die voll eingerichtete Küche mit Spül- und Waschmaschine, nein auch die grosse Terrasse mit Grill gefällt uns spontan. Die Besitzerin empfängt uns freundlich und erklärt uns alles. Wieder einmal sind wir froh, dass Pummel dabei ist, wären wir mangels französischer Sprachkenntnisse ohne ihn hier schon etwas aufgeschmissen. Wir beziehen unser Quartier, um kurz darauf mit leeren Packtaschen zum Super Markt nach Modane zu fahren. Dort wird alles eingekauft, was 5 Männer so für die nächsten Tage brauchen. Vor allem einen ganzen Berg voll Grillkohle und 2-3 (homöopathische) Dosen Bier dürfen nicht fehlen. Das lange Baguette guckt zur Hälfte  aus McMotz Rucksack, aber das obere Stück eben nicht lange. Winni und Bruder Olli müssen schon eine gute Ausweichaktion hinlegen, um der halben Franzosenstange bei voller Fahrt auszuweichen.

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Zurück in La Norma  schmeissen wir den Grill an und lassen es uns auf der Terrasse bei der Tourenplanung für den nächsten Tag und leckerem Gegrilltem gut gehen. Der Hopfentee aus der Dose schmeckt überraschend gut … (und macht auch keine Kopfschmerzen)

Liegt es vielleicht an der guten Bergluft oder am späten Nachttrunk? Wir wissen es nicht, auf jeden Fall ist es unstrittig, dass wir alle besonders gut schlafen. Nach einem perfekten Frühstück mit frischen Croissants und Baguettes teilt sich für heute die Reisegruppe. Während die Fraktion der Plastik Motorräder den Asphalt unsicher macht, fahren die Dunehoppers und Bruder Olli lieber ein wenig Offroad.

Unser erstes Ziel ist ein altes Militärfort oberhalb des „Lac Mont Cenis“. Wir finden nach kurzer Suche den Einstieg in die schmale Piste und schrauben uns hoch in die Bergwelt, passieren mehrere Viehgatter, die wir natürlich vorschriftsmässig alle wieder hinter uns verschliessen. Wer könnte denn den Freiheitsdrang von Kühen nachvollziehen, wenn nicht wir…? Kurz vor dem Erreichen des Ziels, die alte Festung schon in Sichtweite, wird unsere Fahrt von einem Parkranger und seinem Geländewagen jäh unterbrochen und wir zur Rede gestellt. Obwohl wir kein Verbotsschild ausgemacht haben, verbietet er uns relativ deutlich die Weiterfahrt. Wir gehen jeder Diskussion  aus dem Weg und drehen um. Wir folgen dann eben den einsamen Pfaden entlang des Westufers des „Lac Mont Cenis“, immer auf alten Schotterstrecken, vorbei an Geschützstellungen und Bunkeranlagen.

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Ohne gross eine Grenze bemerkt zu haben sind wir plötzlich wieder in Italien. Über Susa suchen und finden wir den Einstieg zur Assietta Grenzkammstrasse  ( GPS: N45 03.670;; E7 03.070 ) . Hinter dem „Colle delle Finestre“ 2176 Meter, geht’s rechts ab. Hier geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung, als wir die ersten Meter unter unsere TKC 80 nehmen. Nicht das die autobahnähnliche Schotterstrecke besonders schwierig zu bewältigen wäre, nein, aber sie gibt immer wieder spektakuläre Aus- und Fernblicke frei.

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Auf der Passhöhe des Colle dell`Assietta 2472 Meter  (GPS:  N45 04.231;E6 57.430) machen wir eine Pause, kochen Kaffee und lassen uns ein paar Müsliriegel schmecken. Lediglich der Gedanke an die schon seit einiger Zeit auf Reserve stehenden Benzinhähne lassen uns etwas unruhig werden. Wir durchfahren eine bizarre Bergwelt und sind glücklich, dass heute Dienstag ist, da doch die Assietta am Wochenende für Motorräder gesperrt ist (hätte uns aber wahrscheinlich auch nicht abgehalten).

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Nach und nach passieren wir die Passhöhen  vom

Mont Cenevris  2536Meter,  GPS : N45 01.970   E6 54.551

Colle Bougret  2299 Meter,  GPS:  N45 00.223   E6 53.397

Colle Bassett   2424 Meter,   GPS:  N44 59.293   E6 52.114

Bevor wir bei GPS Punkt: N44 57.916; E6 52.951 leider wieder mit Asphalt vorlieb nehmen müssen.
Mit dem sprichwörtlichen letzten Tropfen Benzin (Gott sei Dank sind wir alle auf PD´s unterwegs) erreichen wir die Tankstelle in Sestriêre und können hinterher über unsere Leichtsinnigkeit nur die Köpfe schütteln. Als wir in Bardonecchia ankommen entschliessen wir uns spontan, nicht nur wegen des guten Wetters, einen der höchst anfahrbaren Punkte der Alpen zu suchen. Beim Colle Sommeiller handelt es sich um einen Pass im Mont Cenis Massiv, direkt an der Grenze zwischen Frankreich und Italien. Über viel Schotter geht es hoch zum Punta Sommeiller auf 3038 Meter (GPS: N45 07.970; E6 50.746).

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Bei kalten 4 Grad pfeift der Wind von allen Seiten und die Aussicht ist sensationell. Leider ist es eine Sackgasse und wir treten den Rückweg an.

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Glücklich dieses kleine Abenteuer schadlos überstanden zu haben, finden wir uns wenig später an der Zahlstelle zum Frejus-Tunnel wieder. Der Tunnel verbindet seit 1980 die Französischen Savoyen mit dem Italienischen Piemont. Der freundliche Kassierer möchte dann auch grinsend 22 € pro Person bzw. Motorrad von uns haben und das alles nur für die einmalige Benutzung der 13 km langen Betonröhre nach Frankreich. Wir finden den Preis nicht gerade angemessen (und angrinsen lassen wir uns schon lange nicht) und nehmen die 96 km Umweg in Kauf. Natürlich hätten wir uns vorher informieren sollen, aber 22 Euro? Wir lehnen vehement ab und ein kleines Chaos bricht aus. Nicht einmal zum Wenden will man uns jetzt die Schranke öffnen und wir sollen in der engen Zahlbox vor der Schranke unsere Kühe drehen. Machen wir auch (grinst jetzt nicht mehr). Als das geschafft ist, stehen wir logischer Weise vor einem kleinen Autostau. Ein wildes rangieren (und hupen) beginnt und wir füßeln uns mit unseren Motorrädern zwischen den Blechmonstern und den Betonwänden der Mautstation in die Freiheit. Das Gesicht des Kassierers spricht jetzt Bände, aber wir sind sicher, dass er nicht mit einer solchen Reaktion gerechnet hat.

Der Grill ist schon gut vorgeglüht als wir nach fast 100 km durch Regen und Nebel in La Norma eintreffen und unsere Asphaltflitzer mit dem Essen warten. Wir werden wohl noch sehr lange über diese Geschichte sprechen und lachen. Da die Mautstation videoüberwacht ist, kommen wir vielleicht sogar mal ins Fernsehen, schau´n mer mal…

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