Balkan-Rally 14 Tage - 17 Länder 06.07.13

Die Vorgeschichte: Winter 2009, draußen sinkt die Temperatur auf -4 Grad und wir sitzen bei ´ner dampfenden Tasse Lavazza-Kaffee. Es ist wie jedes Jahr an der mehr...

Tunesien

Kommt bald... Erste Info´s unter Reisetipps mehr...







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Piemont 2


Wir beschließen den nächsten Tag alle zusammen zu fahren. Wir starten bei bedeckten 13 Grad nach dem Frühstück über die aus der Tour de France bekannten Pässe „Col du Telegraf“ 1566m (GPS: N45 12.156; E6 26.660) und dem „Col du Galibier“ 2645m (GPS: N45 03.844; E6 24.472). Hoch oben machen wir eine kleine Aufwärmpause. Eine herrliche Fahrt geht weiter, bis wir kurz vor der Passhöhe des Col d´ Izoard 2360m (GPS: N44 49.180; E6 44.096) zum Refuge Napoleon (GPS: N44 49.378; E6 43.962) gelangen, wo wir nicht nur hervorragend speisen, sondern auch lange auf der Terrasse unsere Körper der Sonne entgegen strecken.

Schade, dass uns die Zeit wegläuft und wir es heute nicht über den Col de Vars schaffen. In Guilestre angekommen fahren wir zurück an den Rand der Cottischen Alpen nach Briancon, der dritthöchst gelegenen Stadt Europas. Schon seit der Römerzeit liegt die Stadt strategisch wichtig zwischen dem Rhonetal und der Poebene. Hier schließt sich der Kreis und über den Col du Lautarent 2058m (GPS: N45 02.129; E6 24.312)  geht es zurück zu unserer Unterkunft. Eine schöne Rundreise geht damit zu Ende.
Wie sollte es anders sein: Am Abend zischen wieder die Bierdosen und schon nach kurzer Zeit muss das Fleisch auf dem Grill gewendet werden.


Noch einmal teilt sich die Gruppe am nächsten Tag. Wir haben in Erfahrung gebracht, dass bei gleichzeitiger Buchung der Hin + Rückreise, die Fahrt durch den Frejus-Tunnel lediglich 27 € kostet und machen uns erneut auf den Weg. Die Sonne lacht am anderen Ende der stickigen Röhre, die uns nach 13 km wieder in die Freiheit entlässt. Wir suchen das alte Militärfort Pramand. Der erste Versuch lässt uns leider scheitern. Der Weg -immer schmaler, rutschiger und mit Baumwurzeln übersät- wurde vom Fahrweg zum Wanderweg, bzw. Klettersteig (GPS: N45 03.940; E6 45.008).
Nach mühsamem Wenden der Motorräder und einer Kaffeepause finden wir dann doch noch den richtigen Einstieg (GPS: N45 03.516; E6 45.305).

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Bei WP: N45 03.622; E6 46.921 halten wir uns links, folgen der Schotterstrecke bergauf bis zum WP: N45 04.514; E6 46.629. Hier fahren wir Richtung Osten bis zur Kehre WP: N45 04.451; E6 48.596, der wir rechts ein kleines Stück bergab folgen. Wunderbare Weitblicke lassen uns bei WP: N45 04.592; E6 49.216 verweilen, bevor wir bei WP: N45 04.608; E6 49.554 einen 850 Meter langen Tunnel hinter uns lassen.

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Dann endlich erreichen wir das alte Militärfort aus dem Jahre 1913 bei WP: N45 03.897; E6 50.462. Wir parken die Dickschiffe direkt neben eine Gruppe italienscher Hardenduristen und ernten bewunderte Blicke, weil sie es wohl nicht ganz verstehen, wie solch dicke Brocken es hier hoch schaffen können. Aufgrund Rohstoffmangels hat man wohl direkt nach dem ersten Weltkrieg alle verwertbaren Stoffe, wie die 4 großen Geschütze und alle Einrichtungsgegenstände aus Stahl entfernt. Trotzdem war es für uns eine spannende Angelegenheit, diesen Ort etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nach einem Kaffee verabschieden wir uns von den Hardendurofahrern und rollen zurück durch den Tunnel bis zur Kehre. Hier fahren wir jetzt rechts, also bergauf, passieren den WP: N45 04.573; E6 48.349 und sehen schon aus der Ferne das Fort Jafferau auf 2801 Meter Höhe. Der Weg nach oben ist gespickt mit losem, aber unproblematischen Schotter. Bei WP: N45 05.011; E6 46.079 haben wir dann endgültig unser Ziel erreicht und bewundern die Aussicht von dieser ehemaligen Geschützstellung aus.

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Mit der größtmöglichen Rücksichtnahme auf Wanderer und Mountainbiker machen wir uns später auf den Rückweg, lassen die Kehre links liegen und fahren auch am WP: N45 04.518; E6 46.632 gerade aus, bis wir bei WP: N45 04.027; E6 45.824 das Fort Foens erreichen. Auch hier machen wir eine Kaffeepause und sind über die Anzahl der Wanderer erstaunt, die wir hier oben antreffen.

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Zurück in Bardonecchia schlagen wir uns bei Puys  (GPS: N45 02.658; E6 44.219) noch einmal in die schottrige Bergwelt Italiens. Wir passieren den Passo  Mulatiera bei WP: N45 02.140; E6 42.489 und genießen wieder fantastische Aus- und Weitblicke. Am Gipfel finden wir wieder ein Fort (GPS: N45 01.628; E6 42.285), dessen Namen wir leider nicht in Erfahrung bringen können.

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Bei der Rückfahrt stärken wir uns in einer Bar Namens „Punta Colomion“ auf 2050m bei WP: N45 03.131; E6 42.661. Der Rückweg gestaltet sich auf dem mitunter tiefen und rutschigen Lehmboden, als nicht ganz so einfach über die WP: N45 03.365; E6 42.783 und N45 03.877; E6 42.661 bzw. N45 04.122; E6 42.878 geht es weiter nach Bardonecchia.

An der Zahlstation des Frejus.Tunnels kann sich der Kassierer von Vorgestern noch gut an uns erinnern und sich ein Lachen nicht ganz verkneifen. Nach dem Passieren der schwülwarmen Betonröhre kommen wir fast Zeitgleich mit den Asphaltheizern in La Norma an. Ein Messgerät zeigt den Grund des „nicht-starten-wollens“ einer der Kühe an: 11,7 Volt im Ruhezustand und nur 7,6 Volt bei laufendem Motor sind eindeutig zu wenig. Bei genauer Begutachtung der Batterie sehen wir, dass diese „furztrocken“ ist. Mittels parfümfreiem destillierten Wasser und einem geliehenem Ladegerät, können wir den Energiespender retten. Der defekte Lichtmaschinenläufer verbleibt in der Kuh und wir stellen uns drauf ein, ab jetzt öfters die 10er Schlüssel aus dem Tankrucksack zu kramen, um die Batterien zu tauschen. Ein weiterer Vorteil, wenn man mit gleichem Material unterwegs ist…

Nach dem allmorgendlichen Spaziergang zur ortsansässigen Patisserie, frühstücken wir wieder klischeehaft frisches Baguette und Croissants, bevor wir uns von Winni verabschieden, der leider bereits heute nach Hause fährt. Die Dunehoppers machen sich zusammen mit ihren kleinen Brüdern auf den Weg. Der erste Stopp am Col du Mollard 1638m (GPS: N45 12.633; E6 20.224) ist nicht ganz freiwillig: Charmantes Sicherheitspersonal bittet uns kurz zu warten, da hier ein Mountainbikerennen stattfindet und die Renner gleich die Strasse queren. In der Tat sind wir wenig später ziemlich erstaunt, mit welchem Tempo hier Downhill gerast wird. 20 Minuten später sind wir am Coll de la Croix 2067m (GPS:  N45 13.647; E6 12.241), wo wir uns auf der Sonnenterrasse einen stilechten Cafe au Lait schmecken lassen.

Wir passieren das wunderschöne „Olle Tal“ (GPS: N45 12.989; E6 07.947) und fahren an einem malerischen Stausee vorbei. Kurz vor Alpe d´Huez werden wir Zeuge, wie schnell das Wetter in den Bergen umschlagen kann. Es folgen 170 Kilometer Regen, Hagel, gepaart mit Nebel und wir passieren den Col du Galibier bei kalten 5 Grad. Durchgefroren lassen wir uns nach einer Dusche am Abend die  Spagetti Carbonara schmecken. Wieder ist es gut, dass Pummel da ist, nicht nur seiner französischen Sprachkenntnisse, sondern auch seiner Kochkünste wegen. (jaaa, jetzt hab ich´s schriftlich!!! Pummel)
 
Kurz nach unserem Tourstart am nächsten Morgen leidet eines der BMW Hinterräder an akutem Luftverlust. Auf dem Seitenstreifen der autobahnähnlichen Schnellstrasse bauen wir das Hinterrad aus und sichern uns hinter der Betonleitplanke. Nach kurzer Diskussion entschließen wir uns den Reifen selbst zu vulkanisieren. Eine blutige Angelegenheit, wie sich schnell rausstellen sollte. Nicht das es unsere erste Reparatur dieser Art wäre, aber die Reibaale gehört nun mal in die Schadensstelle und nicht in den Handballen. Als die Hand dann endgültig antiseptisch verbunden war und alle den Pechvogel mal in den Arm genommen haben (was er heute noch energisch in motziger weise bestreitet), können wir endlich weiter. Wir passieren bei kaiserlichem Wetter den Col de la Madeleine bei 2000 Meter (GPS: N45 26.119; E6 22.494), und bei Alberville, den Cormet de Roseland 1968m (GPS: N45 41.479; E6 41.443). Über das schöne Val d´Isére geht es schließlich zum zweithöchsten asphaltierten Alpenpass, dem Col de la Iseran auf 2764 Meter. Hier oben pfeift ein frischer Wind bei nur noch 4 Grad. Aber schön ist es doch.

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Zurück in La Norma besuchen wir das seit 1988 stattfindende Motorcrossrennen. Jedes Jahr im August treffen sich hier auf internationalem Niveau Motor Cross Sportler, die die präparierte Skipiste unsicher machen und umpflügen. Bis zum späten Abend im Flutlicht bestaunen wir das Können der Fahrer, schlendern durch das Fahrerlager und riechen das in der Luft liegende Zweitaktgemisch.

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