Balkan-Rally 14 Tage - 17 Länder 06.07.13

Die Vorgeschichte: Winter 2009, draußen sinkt die Temperatur auf -4 Grad und wir sitzen bei ´ner dampfenden Tasse Lavazza-Kaffee. Es ist wie jedes Jahr an der mehr...

Tunesien

Kommt bald... Erste Info´s unter Reisetipps mehr...







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Türkei 2


Die Türkei empfängt uns mit warmen 30° Grad. Wir befinden uns in der Anfangszeit der Islamischen Fastenzeit, dem Ramadan. Aus diesem Grund suchen wir uns hinter Tekirdag abseits der Strasse eine sichtgeschützte Ecke, um keine neidvollen Blicke auf uns zu ziehen, als wir die letzten Südtiroler Spezialitäten verspeisen.
Genau zwischen 2 Kontinenten stehen wir am späten Nachmittag im Stau. Auf einer der Brücken die uns in Istanbul über den Bosporus führt, hat sich während der Rush-Hour ein Megastau entwickelt. Nachdem wir diesen ersten Schock überwunden haben, ließ der zweite nicht lange auf sich warten. Wir bezahlen beim Tanken für 58 Liter Benzin umgerechnet satte 97 Euro!!! Damit ist die Türkei das teuerste Benzinland, das wir bisher bereist haben.

In tiefer Dunkelheit erreichen wir die Hauptstadt der westlichen Schwarzmeerprovinz: Düzce.
1999 wurde die Stadt gleich zweimal von einem Erdbeben heimgesucht und dabei schwer verwüstet. 81% aller Wohnungen wurden zerstört und man versichert uns, dass die offizielle Zahl der Toten mit der Wirklichkeit bei weitem nicht übereinstimmt.

Hier irgendwo wohnt Franks ehemaliger Nachbar Osman mit seiner Familie. Wir fragen uns so durch und treffen hoch oben in den Bergen auf einer unbefestigten Strasse 3 Elektriker in ihrem Korbfahrzeug. Da wir kein türkisch sprechen, stellen die Männer sofort die Arbeit an der Stromfreileitung ein und zeigen uns dann mit ihrem schweren LKW den Weg. Um dieses Ungetüm von Fahrzeug nicht aus den Augen zu verlieren, schalten sie auch noch die gelben Rundumlichter ein und bereiten so eine „diskrete“ Ankunft vor. Wir glauben heute noch, dass der Fahrer für das Kamaz-Werksteam der Rallye Dakar eine Trainingseinheit absolvierte

Nach 4 km Staubschlucken stehen wir plötzlich vor Osman. Völlig perplex und überaus erfreut begrüßt er uns und lädt uns sofort ein, die Nacht in seinem Haus zu verbringen. Beim gemeinsamen Tee berichten wir ihm von unserer geplanten Reiseroute. Unverblümt sagt er uns, dass er die Sache für zu gefährlich hält. Auch später beim Abendessen, welches bestimmt für zwei weitere Familien gereicht hätte, versucht er sichtlich besorgt, uns von unserem Vorhaben abzubringen, in den Osten der Türkei zu reisen. Es gäbe dort jeden Tag mehrere Tote aufgrund des Kurdenkonfliktes, so dass er für kein Geld der Welt dorthin fahren würde. Nun ja, keine rosige Aussichten.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen zeigt uns Osman sein nach dem Erdbeben neu gebautes Haus hoch oben in den Bergen. Vorbei an riesigen Haselnussplantagen bewältigen wir mit unseren zweizylindrigen Boxern ca. 10 km Schotter, bevor wir das neue Haus erreichen. Sichtlich und zu recht Stolz zeigt uns Osman sein neues Reich das keine Annehmlichkeiten vermissen lässt. Sein nächster Nachbar in ca. 700 Metern Entfernung, so erzählt er uns, sei der Präsident von Fenerbahce Istanbul.

Bevor wir uns wieder von Osman und seiner Familie verabschieden, tauschen wir noch beim Juwelier (wo auch sonst?) völlig gebührenfrei Geld und bekommen für 400 Euro hier 690 türkische Lira.

Ob es am Beisein des türkischen Freundes lag - wir wissen es nicht - jedenfalls sollten wir diesen Kurs nirgendwo anders auf unserer Reise erneut bekommen.


Ein letzter gemeinsamer Cay, einige gut gemeinte aber eindringliche Warnungen und wir machen uns wieder auf den Weg. 540 Asphaltkilometer liegen heute vor uns, die wir mit unserer Ankunft in Kapadokien hinter uns bringen. Das Tal von Göreme ist unser Ziel. Seit Urzeiten suchen die Menschen hier Schutz in ihren Höhlen, die sie meist mehrere Meter tief und oft einige Stockwerke hoch in den weichen Tuffstein geschlagen haben. Da wir mit den letzten Sonnenstrahlen oberhalb des Tales ankommen, ist der Anblick einfach unbeschreiblich.

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Wir nisten uns im günstigen „Backpapers Cave Hotel“ (s. Hoteltipps Türkei) ein und bewaffnen uns mit den digitalen „Waffen“, um diese fantastischen, von hunderten Scheinwerfern angestrahlten Höhlen mit Langzeitbelichtung fest zu halten.

 
Am nächsten Morgen werden wir von seltsamen, überlauten Geräuschen aus dem Schlaf gerissen. Neugierig springen wir aus den warmen Betten ans Fenster. Eine ganze Prozession bunter Heißluftballone bewegt sich genau über unser Hotel hinweg ins Tal. Zum Greifen nah erscheinen die Körbe, beladen mit unzähligen Touristen, und fahren unhörbar an uns vorbei. Bis sie zu sehr an Höhe verlieren und der Brenner gezündet wird. Mit lautem Brüllen schickt eine gewaltige Flammenlanze dringend benötigten Nachschub an heißer Luft in den Ballon. Ein grandioses Bild. Wir würden gerne mit den Ballonfahrern tauschen, leider haben wir zu wenig Zeit.

Nach dem Frühstück machen wir uns auch auf den Weg diese Gegend noch einmal kurz bei Tageslicht unter die Linse zu nehmen. Schnell wird klar, dass es sich um ein sehr großes Gebiet zwischen dem Städtedreieck von Ürgüb, Avanos und Nevsehir handelt und wir mindestens eine Woche bräuchten, um alles zu sehen. Trotzdem machen wir noch ein paar schöne Fotos der berühmten Feenkamine.

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Am Nachmittag erreichen wir den Golf von Iskenderun am Mittelmeer. Hier wo die türkische Schwerindustrie beheimatet ist, hält es uns nicht lange und wir fahren weiter Richtung Süden. Am Abend, nach fast 500 km, suchen wir am Strand von Ulucinar das Hotel „Arsuz“ (s. Hoteltipps Türkei) auf und lassen bei einer schmackhaften Goldbrasse den Abend ausklingen.

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Das Motorengeräusch eines kleinen Fischkutters beendet die Nachtruhe um kurz vor 6.00 Uhr. Oder war es doch die Nervosität vor der heutigen Einreise nach Syrien, die nur einen leichten Schlaf zuließ? Mit warmen, leckeren Sesamkringeln, Schafskäse, Tomaten und Gurken lassen wir den Tag auf der sonnigen Terrasse direkt am flachen Sandstrand beginnen. Danach kostet es schon Überwindung in die ollen Motorradsachen zu steigen, weil das Thermometer schon auf über 30° gestiegen ist.
Wir kaufen uns Wasser, füllen es in unsere Camelbaks und fahren mit einem etwas flauen Gefühl in Richtung Osten zur syrischen Grenze.


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  Reiseverlauf
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